Antibiotika in Niedersachsen

Eine deutliche Mehrheit der niedersächsischen Betriebe mit Masthähnchen gibt ihren Tieren Antibiotika. Pressemitteilung des Landwirtschaftsministers Gert Lindemann 

„Den Einsatz von Antibiotika in den Tierhaltungen wirksam reduzieren“

Arzneimitteleinsatz: Minister Gert Lindemann stellt erste Ergebnisse einer niedersächsischen Erhebung vor

Hannover. Die ersten Ergebnisse einer Erhebung zum Arzneimitteleinsatz in niedersächsischen Nutztierhaltungen hat Landwirtschaftsminister Gert Lindemann heute im Plenum des niedersächsischen Landtages vorgestellt. In seinen Ausführungen stellte er dar, dass in 82 Masthühnerbetrieben mit 482 Mastdurchgängen in ca. 73 % der Durchgänge bis zu drei Wirkstoffe und in ca. 27% bis zu 8 Wirkstoffe in der ungefähr 35 Tage dauernden Mastzeit eingesetzt wurden. Auch in Puten-, Kälber- und Schweinemastbetrieben wurde die Erhebung durchgeführt. Eine Veröffentlichung der Ergebnisse ist nach der gerade erst vom LAVES in Zusammenarbeit mit der Tierärztlichen Hochschule Hannover abgeschlossenen Auswertung in Kürze vorgesehen.

Minister Lindemann betonte, dass Niedersachsen sich nicht auf die Erhebung der Daten beschränke, sondern ein Überwachungskonzept entwickelt habe, mit dem wirksam der Einsatz von Antibiotika in den Tierhaltungen reduziert werden solle. Die Umsetzung werde derzeit mit den für die Tierarzneimittelüberwachung zuständigen Behörden der Landkreise beraten.

Zu diesem Konzept zählen die konsequente Kontrolle der Tierhalter- und Tierarztpflichten bei der Anwendung der Antibiotika und die Einforderung eines Minimierungskonzeptes von den Betrieben, die überdurchschnittlich häufig diese Arzneimittel anwenden. Das Minimierungskonzept soll vom Tierhalter und mit dem bestandsbetreuenden Tierarzt gemeinsam erstellt werden. Es soll der zuständigen Behörde vorgelegt werden, die die Umsetzung des Konzeptes überwacht.

„Antibiotika sind wichtige Arzneimittel im Kampf gegen bakterielle Infektionen und damit verbundene Erkrankungen – und das sowohl im Human- als auch im Veterinärbereich. Der sorgfältige und gezielte Umgang mit diesen Arzneimitteln ist in Zusammenhang mit der Resistenzproblematik zwingend geboten“, stellte Minister Lindemann klar.

Zufrieden äußerte sich Minister Lindemann auch über die Ankündigung von Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner, die nun Niedersachsens Auffassung teile, dass die Meldung der Abgabemengen nach der DIMDI-Arzneimittelverordnung auch für Arzneimittel, die ausschließlich für Geflügel zugelassen sind, den Ländern übermittelt werden muss, und eine entsprechende Rechtsänderung angekündigt hat.

„Ich bin fest entschlossen, die Anwendung von Tierarzneimitteln auf das für die Tiergesundheit zwingend notwendige Maß in unseren Tierhaltungen zu reduzieren“, so Lindemann. „Meine Fachbehörden werden die betroffenen Landwirte auf diesem Weg begleiten.“

Auch im Tierschutzplan Niedersachsen ist der Einsatz der Tierarzneimittel ein Thema. Die Facharbeitsgruppen hatten sich der Auffassung des Landwirtschaftsministeriums angeschlossen, dass der Arzneimitteleinsatz ein wichtiger Indikator dafür ist, ob die Rahmenbedingungen in einer Tierhaltung in Ordnung sind.

Artikel-Informationen
10.11.2011
Ansprechpartner: Natascha Manski
Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung
Pressesprecherin, Calenberger Str. 2, 30169 Hannover,
Tel: 0511/120-2137, Fax: 0511/120-992137
Fundstelle: www.ml.niedersachsen.de

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