Demo in Wietze

Wir haben Agrarindustrie satt – Umzingelung von Wietze
Täglich (!!!) 430.000 Hühner sollen in Wietze geschlachtet werden, dem mit 6,5 Mio Steuergeldern geförderten größten Schlachthof Europas. Er gehört zu den schlimmsten Auswüchsen der verfehlten Agrarpolitik dieser Bundesregierung.
Das Bündnis für artgerechte Tierhaltung nimmt am Samstag, dem 31. August 2013, zusammen mit NABU, BUND, Bioland, Sambucus und weiteren Organisationen an einer Demonstration und der Umzingelung von Wietze teil.

Zwei Busse sind aus Rotenburg gefahren.
Als Kommentar ist ein Bericht von Jochen zu lesen! 

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Eine Antwort auf Demo in Wietze

  1. Jochen Weyhe sagt:

    7000 Menschen umzingeln friedlich den Mega-Schlachthof in Wietze
    Am Samstag machten sich zwei Omnibusse mit 126 Teilnehmern aus dem Landkreis Rotenburg auf den Weg nach Wietze, um gegen den Betrieb des Schlachthofes und eine verfehlte Agrarpolitik zu demonstrieren. Denn diese Industrieschlachterei ist einer der Hauptgründe für das Entstehen von Hähnchenmastställen auch im Landkreis Rotenburg.
    Für eine Vollauslastung der Fabrik werden pro Tag 10 Mastställe a 40000 Hähnchen ausgestallt, d. h. bei einer Mastzeit von 36 Tagen mindestens 360 Ställe im Umkreis von 100 km. So ist es jedenfalls geplant.
    Wie auf der Hauptveranstaltung um 13.00 Uhr auf dem Droschkenplatz in Wietze erklärt wurde, hat die Firma Rotkötter dieses Ziel noch längst nicht erreicht. Zur Zeit werden
    „nur“ 200000 Tiere pro Tag verarbeitet. Dies ist unter anderem eine Folge des Widerstandes vieler Bürger innerhalb ihrer Gemeinden gegen den Neubau solcher Tierqualfabriken, die immer öfter erfolgreich sind. Es werden sogar Hähnchen aus Dänemark zum Schlachten angeliefert, so der Redner der BI Wietze.
    Die grosse Menschenmenge, die sich dort versammelt hatte, setzte sich zu meiner Freude aus allen Altersgruppen zusammen. Alle Bereiche der Gesellschaft waren vertreten, auch Landwirte mit konventionellen Betrieben, die sich nicht mehr zum Sklaven der Agrarindustriellen machen wollen. Eine Milchviehhalterin forderte von der Bühne herab einen vernünftigen Umgang mit den natürlichen Ressourcen zu fairen Preisen von der Gesellschaft ein. Sie wurde hierfür mit grossem Beifall bedacht.
    Außerdem sprach ein brasilianischer Landwirt über die Folgen des Anbaus von Soja in riesigen Monokulturen in seinem Heimatland. Das dort hergestellte Soja dient hierzulande als Grundlage des Mastfutters. Folgen von diesem Handeln sind Verunreinigung des Grundwassers, Rodung von Tropenwald und Zerstörung bäuerlicher Kleinbetriebe.
    Noch einige Redner aus Griechenland, Rumänien und Frankreich verdeutlichten die globalen bzw. internationalen Folgen der aktuellen Agrarpolitik in Deutschland, welche durch einige wenige kapitalstarke Unternehmen ohne Rücksicht auf Tier und Mensch und vor allen Dingen auch ohne Rücksicht auf bäuerliche Betriebe in unserer Heimat vorangetrieben wird. Alle Versuche hieran etwas politisch zu ändern scheitern zur Zeit noch an den schwarz-gelben Ministerien. Also sind wir als Menschen aufgerufen innerhalb unserer Demokratie uns gegen diese Entwicklungen zu wenden, sowohl bei der Wahl als auch bei unserem täglichen Handeln.
    Schliesslich machten sich die 7000 Demonstranten auf den Weg, den Schlachthof zu umzingeln. Die rumänische Sprecherin, die über die elenden Arbeitsbedingungen innerhalb des Schlachthofes sprach, rief der Menge zu: „Let´s go and shut it down!“
    Je näher wir dem Gelände kamen, umso emotionaler wurden selbst die ältesten Teilnehmer. „Wir sind hier und wir sind laut, weil ihr Agrarfabriken baut“ wurde zum immer wiederkehrenden Slogan als das unglaubliche Gebäude in Sichtweite kam.
    Umgeben von einem 2,50m hohen Zaun, besetzt mit Nato-Stacheldraht, überall Videokameras, Wachleute mit Schäferhunden, eine 6m hohe Sichtschutzmauer etwas weiter innen, Wachtürme, auf einem riesigen Gelände mit zahllosen Lkw-Zufahrten und so weiter… wenn ich überlege das wir dies Objekt mit unseren gezahlten Steuern mit 6,5 Millionen(?) Euro aus der Regierung McAllister in Niedersachsen mitfinanziert haben, wird mir nicht nur Angesicht des tausendfachen Hähnchentodes ganz übel.
    Dies kann nicht richtig sein… und nochmal: Dies kann nicht richtig sein. Und dies kann keine guten Folgen für die Zukunft haben.
    Den Veranstaltern aus Wietze war die Aufregung anzusehen: Wird die Umzingelung gelingen, sind genug Menschen gekommen? Bleiben alle angesichts der aufgefahrenen Staatsmacht friedlich? Ihr Handeln war vom Erfolg gekrönt. Ungefähr 7000 Menschen bildeten eine Kette um das Symbol einer verfehlten Agrarpolitik. Für manche vielleicht lächerlich, aber für die Teilnehmer war klar, dass wir ein Zeichen gesetzt haben, und dass unser Handeln richtig und notwendig ist, um die Dinge in eine andere Richtung zu wenden, auch wenn es noch lange dauern mag…
    Jochen Weyhe

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