Milchpreise

Beim Kauf von Milch- und Molkereiprodukten spielen der Geschmack, die Angaben über enthaltene Zutaten und der Preis die entscheidende Rolle. Während den Themen artgerechte Tierhaltung und Beimischung von Aromastoffen ebenfalls eine zentrale Rolle zukommt, gehören Fair-Trade- und Bio-Siegel dagegen zu den vergleichsweise unwichtigen Kriterien. Noch seltener spielt die Marke eine Rolle. Dies zeigt eine YouGov-Befragung. Hierfür wurden 1055 Bundesbürger im Februar 2012 repräsentativ befragt.

Den Ergebnissen zufolge messen 94 Prozent aller Befragten dem Geschmack eine zentrale Rolle beim Kauf von Milch- und Molkereiprodukten bei. Platz 2 und 3 belegen die enthaltenen Zutaten (79%) und der Preis (78%). Es folgen artgerechte Haltung bei der Herstellung (76%), Angaben über Geschmacksverstärker und Aromastoffe (75%), der Fettgehalt (73%) und die Herkunft (72%). Fair-Trade-Siegel spielen für 58 Prozent eine Rolle, Bio-Siegel lediglich für 43 Prozent. Die Marke eines Milch- oder Molkereiprodukts steht für lediglich 42 Prozent im Vordergrund. Auf den Gluten- und Lactosegehalt achtet jeweils etwa ein Drittel der Befragten.

Frauen nehmen Milch- und Molkereiprodukte genauer unter die Lupe

Deutliche Unterschiede zeigen sich beim Vergleich der Geschlechter. Frauen achten laut eigener Aussage deutlich häufiger einige bestimmte Kriterien als Männer. Besonders deutliche Unterschiede zeigen sich bei der Wichtigkeit des Fair-Trade-Siegels (m: 52% / w: 64%), den Angaben über Nährwerte (m: 61% / w: 74%), dem Fettgehalt (Männer: 68% / Frauen: 78%), den Aromastoffen und Geschmacksverstärkern (m: 68% / 81%), der artgerechten Tierhaltung (m: 69% / w: 83%) und den allgemeinen Angaben über Zutaten (m: 74% / w: 84%).

Auch der Vergleich der Altersgruppen bringt fördert interessante Unterschiede zutage. Bei fast allen abgefragten Kaufkriterien sehen die älteren Jahrgänge etwas genauer hin als die Jüngeren. Besonders überdurchschnittlich zeigen sich die über 55-Jährigen bei der Wichtigkeit von Angaben über enthaltene Nährwerte und über enthaltene Aromastoffe und Geschmacksverstärker.

Fairer Milchpreis und Tierschutz: Mehrheitliche Akzeptanz von Preisaufschlägen

Die Befragung zeigt zudem, dass Preisaufschläge für eine verbesserte Tierhaltung in Kauf genommen werden würden. 70 Prozent aller Befragten, können sich vorstellen, Preiserhöhungen bei Milch- und Molkereiprodukten in Kauf zu nehmen, wenn dadurch eine bessere Tierhaltung garantiert wäre. Auch hier zeigt sich, dass Frauen deutlich häufiger Bereitschaft zeigen (m: 64% / w: 75%), ebenso die älteren Jahrgänge (45-54 Jahre: 73% / über 55 Jahre: 74%). Besonders unwillig zeigen sich die 25 bis 34-Jährigen.

Auch beim Thema fairer Milchpreis herrscht mehrheitlich Offenheit gegenüber einer Preisanpassung vor. Immerhin 57 Prozent könnten sich vorstellen, für fairere Milchpreise eine Preiserhöhung bei Milch- und Molkereiprodukten in Kauf zu nehmen. Wie bereits beim Thema Tierhaltung zeigen sich erneut die Frauen und die über 45-Jährigen überdurchschnittlich offen, während die 25 bis 34-Jährigen deutlich abfallen.

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2 Antworten auf Milchpreise

  1. Thomas sagt:

    Tja, Du mußt den Bürger schon mitnehmen wenn er mehr ausgeben soll. Warum steht nicht groß auf der Milchflasche: „Freie Weidehaltung a la Gerhard Riebesehl?“ Wenn Du dann für den Liter 10 Cent mehr haben willst – wetten, daß der Verbraucher das dann auch zahlt? Insbesondere wenn auf der 10 Cent billigeren Flasche steht: “ erzeugt jenseits der heimischen Region oder dem Europäischen Ausland, verbunden mit weiten Transportwegen“. Und das das keine naive Theorie ist sehen wir doch an der Eiertheke. 65% aller Verbraucher greifen zu Eiern der Kennzeichnung 0,1 oder 2. Die Klasse 3 aus Käfighaltung ist so gut wie nicht mehr verkäuflich. Was meinst Du wieviel Billighähnchen du noch verkaufen könntest, wenn immer die Haltung plastisch mit einem realen Bildchen auf der Verpackung prangern würde? Wir würden uns hier in Fintel nicht mehr über ein XXL-Stall unterhalten müssen!

  2. Steffen sagt:

    Leider sagen solche Umfragen wenig aus. Vor drei Jahren während der Milchlieferstreiks haben die Bürger auch gesagt, dass sie bereit seien, mehr für Milch auszugeben. Das Nachfrageverhalten im Geschäft war allerdings ein anderes, „der Deutsche“ handelte hier wie immer vorrangig preisbewusst, um es mal vorsichtig auszudrücken.

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